von Daniela Haarwaldt-Glasl
•
30. Dezember 2024
„Führung“ – ein Begriff, der oft missverstanden wird. Viele verbinden ihn mit Macht, Hierarchien oder Positionen. Doch wahre Führung hat wenig mit einer Visitenkarte zu tun. Autor Simon Sinek ( „Start With Why“ ) bringt es auf den Punkt: „There are leaders and those who lead.“ Doch was bedeutet dieser Unterschied zwischen Position und Vision in der Praxis? Und warum ist er so entscheidend für Unternehmen und unser Leben allgemein? 1. Der Unterschied zwischen „Leadern“ und „denen, die führen“ Leaders (im Titel): Menschen, die eine Führungsposition innehaben, aber nicht unbedingt inspirieren. Ihre Macht basiert auf ihrer Autorität, ihrem Titel oder ihrer Kontrolle über andere. Oft stehen sie im Mittelpunkt und messen Erfolg an Zahlen und Strukturen. Those who lead (in der Haltung): Menschen, die durch Visionen, Werte und Empathie andere dazu bewegen, ihnen freiwillig zu folgen. Ihre Führung basiert auf Vertrauen, Überzeugung und einem echten Interesse am Wohl anderer. Sie schaffen ein Umfeld, in dem Menschen wachsen und sich entfalten können. 2. Warum Vision in der Führung den Unterschied macht Menschen folgen Haltung, nicht Positionen: Mitarbeitende engagieren sich für Führungskräfte, die für etwas stehen, nicht nur für jemanden, der Befehle gibt. Eine klare Vision erzeugt Vertrauen und Respekt, die Grundlage jeder erfolgreichen Beziehung. Vision inspiriert Veränderung: Ob es um eine Unternehmenskultur, ein persönliches Ziel oder eine gesellschaftliche Herausforderung geht – eine klare Vision und Überzeugung sind der Schlüssel zur Mobilisierung. Menschen lassen sich von Visionen mitreißen, nicht von Anweisungen. Vision schafft Vertrauen: Vertrauen ist das Fundament jeder Beziehung. Menschen vertrauen denen, die authentisch führen und eine klare Vision verfolgen. Authentizität entsteht durch eine klare innere Haltung, die sich in Worten und Handlungen widerspiegelt. Beispiel: In Krisenzeiten zeigt sich, wer wirklich führt. Menschen, die mit Ruhe, Transparenz und einer klaren Vision agieren, werden von ihrem Umfeld geschätzt und unterstützt. Anders ist es bei jenen, die nur Befehle erteilen: Ihre Teams neigen dazu, Verantwortung zu vermeiden und sind weniger motiviert, gemeinsam Lösungen zu finden. 3. Menschen folgen Visionen, nicht Positionen Führung findet überall statt – nicht nur in der Arbeitswelt: In der Familie: Eltern, die mit Empathie und Wertebewusstsein „führen“, geben Orientierung und schaffen Raum für Entwicklung. Ihre Vision von Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung wird zum Kompass für die gesamte Familie. Im sozialen Umfeld: Freundschaften oder Gemeinschaften profitieren von Menschen, die durch Haltung und klare Visionen inspirieren, statt durch Druck oder Erwartungen. Solche Menschen ziehen andere durch ihre Authentizität und Integrität an. In schwierigen Zeiten können Menschen, die für Werte wie Ehrlichkeit und Unterstützung stehen, den Unterschied machen. Ein Freund, der mit einer klaren Haltung zur Seite steht, gibt Orientierung und stärkt den Zusammenhalt. Im Ehrenamt: Menschen, die in gemeinnützigen Projekten aktiv sind, inspirieren oft durch ihre Vision, anderen zu helfen und die Welt ein Stück besser zu machen. Sie gewinnen Mitstreiter nicht durch Druck, sondern durch ihre Leidenschaft und ihr Vorbild. 4. Eigenverantwortung: Wem folgen wir und warum? Führung beginnt nicht nur bei denen, die führen, sondern auch bei denen, die entscheiden, wem sie folgen. Jeder von uns ist gefragt, kritisch zu hinterfragen: Folge ich aus Bequemlichkeit oder Überzeugung? Es ist einfach, Anweisungen zu befolgen und sich nicht einzumischen. Doch wahre Eigenverantwortung bedeutet, bewusst zu prüfen, ob die Person, der wir folgen, eine klare Vision hat und diese authentisch lebt. Unterscheide ich zwischen Kontrolle und Inspiration? Manche Menschen „führen“ durch Befehle und Druck. Doch inspirierende Führung basiert auf Vertrauen und einer Vision, die auch uns selbst wachsen lässt. Berücksichtige ich alle Lebensbereiche: Egal ob im Beruf, im Sportverein, in der Politik, in sozialen Medien oder in persönlichen Beziehungen – wir sollten uns bewusst machen, wem wir folgen und warum. Menschen, die für eine Vision stehen, inspirieren langfristig, während andere nur kurzfristige Zustimmung suchen. Reflexion: Wen bewunderst du in deinem Umfeld, und warum? Ist es ihre Position oder ihre Haltung, die dich inspiriert? Diese Fragen können uns helfen, bewusste Entscheidungen darüber zu treffen, wem wir folgen. 5. Reflexion: Führen und Folgen im Einklang Führung ist keine Einbahnstraße. Die Frage, die wir uns stellen sollten, lautet: Wie lebe ich Führung, und wie wähle ich, wem ich folge? Lebe ich eine Vision, die andere inspiriert? Eine klare Vision gibt nicht nur Orientierung, sondern schafft Vertrauen und Raum für Wachstum – sowohl bei mir selbst als auch bei anderen. Menschen folgen solchen Visionären oft selbst in schwierigen Zeiten, weil sie an das großere Ziel glauben. Hinterfrage ich die Führung, der ich folge? Folgst du jemandem, der inspirierend führt, oder jemandem, der Kontrolle ausübt? Eigenverantwortung bedeutet, bewusst zu prüfen, wem wir vertrauen und warum. Personen, die nur Anweisungen geben, verlieren in schwierigen Momenten oft die Unterstützung ihres Teams. Setze ich auf Haltung statt Titel? Ob in der Führung oder im Folgen: Werte, Empathie und eine Vision sind die Grundlage, auf der wir Beziehungen und Ziele aufbauen. Teams, die durch gemeinsame Visionen geeint sind, arbeiten auch in Krisen enger zusammen und suchen aktiv nach Lösungen. Diese Reflexion hilft nicht nur Führungskräften, sondern auch jedem Einzelnen, bewusstere Entscheidungen zu treffen und ein Umfeld zu schaffen, das von Vertrauen und Inspiration getragen wird. Fazit: Vision ist das Herz der Führung Führung ist keine Position, sondern ein Weg, wie wir die Welt sehen und mit ihr interagieren. Ob im Büro, zu Hause oder in der Gesellschaft: Wer führt, lebt Werte, inspiriert andere und hinterlässt einen positiven Einfluss. Und genauso wichtig: Wer folgt, entscheidet aktiv, Visionären zu vertrauen und sie zu unterstützen. Denn wie Simon Sinek sagt: „There are leaders and those who lead“ – die Wahl liegt bei uns.