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von Daniela Haarwaldt 10. Februar 2025
Warum Perfektionismus Veränderungsprozesse blockieren kann
von Daniela Haarwaldt-Glasl 28. Januar 2025
Warum es die vielleicht größte Transformation unserer Zeit ist
27. Januar 2025
"Welche Fähigkeiten Führungskräfte jetzt brauchen und wie sie diese entwickeln"
von Daniela Haarwaldt-Glasl 23. Januar 2025
Wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden halten
von Daniela Haarwaldt-Glasl 13. Januar 2025
Die Anforderungen an Führung haben sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. In einer Welt, die von ständiger Veränderung, Unsicherheit und Dynamik geprägt ist, reicht es längst nicht mehr aus, klare Anweisungen zu geben oder Ziele vorzugeben. Führung im Wandel verlangt nach neuen Kompetenzen – und nach einem neuen Verständnis dessen, was Führung eigentlich bedeutet. Vom Ansagen zum Begleiten Die Zeiten, in denen Führungskräfte als allwissende Entscheider galten, sind vorbei. Heute stehen Führungskräfte vor der Herausforderung, ihre Teams durch eine oft unklare, sich ständig verändernde Landschaft zu führen. Dabei wird weniger gefragt: „Was müssen wir tun?“ – und mehr: „Wie schaffen wir ein Umfeld, in dem Menschen handlungsfähig bleiben und wachsen können?“ Was bedeutet das konkret? Vertrauen schaffen: Mitarbeiter brauchen Sicherheit, um mutig agieren zu können. Vertrauen entsteht durch Klarheit und Transparenz – auch in unsicheren Zeiten. Empathie zeigen: Veränderungen bedeuten oft Unsicherheit und Angst. Führungskräfte, die sich authentisch zeigen und zuhören, stärken das Miteinander. Fokus auf das Warum: Wenn das „Warum“ klar ist, finden Teams oft selbst den Weg. Führung bedeutet, Visionen zu teilen und Sinn zu vermitteln. Die neuen Schlüsselkompetenzen einer Führungskraft Agilität und Flexibilität: In dynamischen Zeiten ändern sich Prioritäten schnell. Erfolgreiche Führungskräfte können flexibel reagieren, ohne die Orientierung zu verlieren. Kommunikation auf Augenhöhe: Die Fähigkeit, offen und klar zu kommunizieren, ist essenziell. Dabei geht es nicht nur um Information, sondern auch um Dialog – das aktive Zuhören ist genauso wichtig wie das klare Sprechen. Förderung von Selbstführung: Führungskräfte sind keine Problemlöser, sondern Möglichmacher. Sie fördern die Selbstführung ihrer Mitarbeiter, sodass diese eigenverantwortlich agieren können. Resilienz stärken – bei sich und im Team: Führungskräfte sind oft der Anker in stürmischen Zeiten. Doch auch sie brauchen Strategien, um ihre eigene Widerstandskraft zu stärken und im Team ein Umfeld zu schaffen, das Belastungen standhält. Führung im Wandel heißt, Menschen zu befähigen Echte Führung entsteht nicht durch Macht oder Hierarchie, sondern durch Beziehungen. Es geht darum, Menschen in ihrer Einzigartigkeit zu erkennen, sie zu inspirieren und ihnen Raum zu geben, sich zu entfalten. In meiner Arbeit als TransformationsArchitektin sehe ich immer wieder, dass die erfolgreichsten Führungskräfte diejenigen sind, die bereit sind, ehrlich hinzusehen , sich selbst zu reflektieren und ihre Rolle neu zu definieren. Praktische Reflexion: Wie führen Sie in dynamischen Zeiten? Wie klar ist die Vision, die Sie teilen? Wie schaffen Sie Vertrauen und Sicherheit für Ihr Team? Wie gut gelingt es Ihnen, flexibel zu reagieren, ohne den Überblick zu verlieren? Fazit: Führung als Lernreise Führung im Wandel ist keine Checkliste, die abgearbeitet werden kann. Es ist eine kontinuierliche Lernreise – eine Reise, die Offenheit, Mut und die Bereitschaft erfordert, sich selbst immer wieder in Frage zu stellen. Denn am Ende ist erfolgreiche Führung in dynamischen Zeiten genau das: Menschen die Möglichkeit zu geben, in ihrer Unsicherheit Halt zu finden und gemeinsam in die Zukunft zu wachsen.
von Daniela Haarwaldt-Glasl 30. Dezember 2024
„Führung“ – ein Begriff, der oft missverstanden wird. Viele verbinden ihn mit Macht, Hierarchien oder Positionen. Doch wahre Führung hat wenig mit einer Visitenkarte zu tun. Autor Simon Sinek ( „Start With Why“ ) bringt es auf den Punkt: „There are leaders and those who lead.“ Doch was bedeutet dieser Unterschied zwischen Position und Vision in der Praxis? Und warum ist er so entscheidend für Unternehmen und unser Leben allgemein? 1. Der Unterschied zwischen „Leadern“ und „denen, die führen“ Leaders (im Titel): Menschen, die eine Führungsposition innehaben, aber nicht unbedingt inspirieren. Ihre Macht basiert auf ihrer Autorität, ihrem Titel oder ihrer Kontrolle über andere. Oft stehen sie im Mittelpunkt und messen Erfolg an Zahlen und Strukturen. Those who lead (in der Haltung): Menschen, die durch Visionen, Werte und Empathie andere dazu bewegen, ihnen freiwillig zu folgen. Ihre Führung basiert auf Vertrauen, Überzeugung und einem echten Interesse am Wohl anderer. Sie schaffen ein Umfeld, in dem Menschen wachsen und sich entfalten können. 2. Warum Vision in der Führung den Unterschied macht Menschen folgen Haltung, nicht Positionen: Mitarbeitende engagieren sich für Führungskräfte, die für etwas stehen, nicht nur für jemanden, der Befehle gibt. Eine klare Vision erzeugt Vertrauen und Respekt, die Grundlage jeder erfolgreichen Beziehung. Vision inspiriert Veränderung: Ob es um eine Unternehmenskultur, ein persönliches Ziel oder eine gesellschaftliche Herausforderung geht – eine klare Vision und Überzeugung sind der Schlüssel zur Mobilisierung. Menschen lassen sich von Visionen mitreißen, nicht von Anweisungen. Vision schafft Vertrauen: Vertrauen ist das Fundament jeder Beziehung. Menschen vertrauen denen, die authentisch führen und eine klare Vision verfolgen. Authentizität entsteht durch eine klare innere Haltung, die sich in Worten und Handlungen widerspiegelt. Beispiel: In Krisenzeiten zeigt sich, wer wirklich führt. Menschen, die mit Ruhe, Transparenz und einer klaren Vision agieren, werden von ihrem Umfeld geschätzt und unterstützt. Anders ist es bei jenen, die nur Befehle erteilen: Ihre Teams neigen dazu, Verantwortung zu vermeiden und sind weniger motiviert, gemeinsam Lösungen zu finden. 3. Menschen folgen Visionen, nicht Positionen Führung findet überall statt – nicht nur in der Arbeitswelt: In der Familie: Eltern, die mit Empathie und Wertebewusstsein „führen“, geben Orientierung und schaffen Raum für Entwicklung. Ihre Vision von Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung wird zum Kompass für die gesamte Familie. Im sozialen Umfeld: Freundschaften oder Gemeinschaften profitieren von Menschen, die durch Haltung und klare Visionen inspirieren, statt durch Druck oder Erwartungen. Solche Menschen ziehen andere durch ihre Authentizität und Integrität an. In schwierigen Zeiten können Menschen, die für Werte wie Ehrlichkeit und Unterstützung stehen, den Unterschied machen. Ein Freund, der mit einer klaren Haltung zur Seite steht, gibt Orientierung und stärkt den Zusammenhalt. Im Ehrenamt: Menschen, die in gemeinnützigen Projekten aktiv sind, inspirieren oft durch ihre Vision, anderen zu helfen und die Welt ein Stück besser zu machen. Sie gewinnen Mitstreiter nicht durch Druck, sondern durch ihre Leidenschaft und ihr Vorbild. 4. Eigenverantwortung: Wem folgen wir und warum? Führung beginnt nicht nur bei denen, die führen, sondern auch bei denen, die entscheiden, wem sie folgen. Jeder von uns ist gefragt, kritisch zu hinterfragen: Folge ich aus Bequemlichkeit oder Überzeugung? Es ist einfach, Anweisungen zu befolgen und sich nicht einzumischen. Doch wahre Eigenverantwortung bedeutet, bewusst zu prüfen, ob die Person, der wir folgen, eine klare Vision hat und diese authentisch lebt. Unterscheide ich zwischen Kontrolle und Inspiration? Manche Menschen „führen“ durch Befehle und Druck. Doch inspirierende Führung basiert auf Vertrauen und einer Vision, die auch uns selbst wachsen lässt. Berücksichtige ich alle Lebensbereiche: Egal ob im Beruf, im Sportverein, in der Politik, in sozialen Medien oder in persönlichen Beziehungen – wir sollten uns bewusst machen, wem wir folgen und warum. Menschen, die für eine Vision stehen, inspirieren langfristig, während andere nur kurzfristige Zustimmung suchen. Reflexion: Wen bewunderst du in deinem Umfeld, und warum? Ist es ihre Position oder ihre Haltung, die dich inspiriert? Diese Fragen können uns helfen, bewusste Entscheidungen darüber zu treffen, wem wir folgen. 5. Reflexion: Führen und Folgen im Einklang Führung ist keine Einbahnstraße. Die Frage, die wir uns stellen sollten, lautet: Wie lebe ich Führung, und wie wähle ich, wem ich folge? Lebe ich eine Vision, die andere inspiriert? Eine klare Vision gibt nicht nur Orientierung, sondern schafft Vertrauen und Raum für Wachstum – sowohl bei mir selbst als auch bei anderen. Menschen folgen solchen Visionären oft selbst in schwierigen Zeiten, weil sie an das großere Ziel glauben. Hinterfrage ich die Führung, der ich folge? Folgst du jemandem, der inspirierend führt, oder jemandem, der Kontrolle ausübt? Eigenverantwortung bedeutet, bewusst zu prüfen, wem wir vertrauen und warum. Personen, die nur Anweisungen geben, verlieren in schwierigen Momenten oft die Unterstützung ihres Teams. Setze ich auf Haltung statt Titel? Ob in der Führung oder im Folgen: Werte, Empathie und eine Vision sind die Grundlage, auf der wir Beziehungen und Ziele aufbauen. Teams, die durch gemeinsame Visionen geeint sind, arbeiten auch in Krisen enger zusammen und suchen aktiv nach Lösungen. Diese Reflexion hilft nicht nur Führungskräften, sondern auch jedem Einzelnen, bewusstere Entscheidungen zu treffen und ein Umfeld zu schaffen, das von Vertrauen und Inspiration getragen wird. Fazit: Vision ist das Herz der Führung Führung ist keine Position, sondern ein Weg, wie wir die Welt sehen und mit ihr interagieren. Ob im Büro, zu Hause oder in der Gesellschaft: Wer führt, lebt Werte, inspiriert andere und hinterlässt einen positiven Einfluss. Und genauso wichtig: Wer folgt, entscheidet aktiv, Visionären zu vertrauen und sie zu unterstützen. Denn wie Simon Sinek sagt: „There are leaders and those who lead“ – die Wahl liegt bei uns.
von Daniela Haarwaldt-Glasl 19. Dezember 2024
„Warum tun die sich so schwer?“ – Das ist oft die erste Reaktion, wenn Teams oder Einzelne in Veränderungsprozessen „Nein“ sagen, sich verweigern oder scheinbar blockieren. Doch was, wenn dieser Widerstand nicht das Problem, sondern ein Wegweiser ist? Widerstand in Change-Prozessen ist nicht ungewöhnlich. Er gehört dazu, wenn Neues entsteht und Altes losgelassen werden muss. Als TransformationsArchitektin sehe ich ihn nicht als Hindernis, sondern als wertvolles Feedback – eine Einladung, genauer hinzuschauen. Denn hinter „Widerstand“ steckt oft mehr, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Widerstand als Symptom – Was er uns wirklich sagt Widerstand zeigt uns: Es gibt ungeklärte Ängste oder Bedürfnisse. Veränderungen bedeuten Unsicherheit – „Was passiert mit mir und meiner Rolle?“ Der Sinn der Veränderung ist nicht klar. Wenn das „Warum“ nicht verstanden wird, fehlt die innere Motivation, den Weg mitzugehen. Vertrauen ist noch nicht aufgebaut. Menschen folgen Veränderung nur, wenn sie sich gehört und sicher fühlen. Veränderung wird als Überforderung erlebt. Zu viele Schritte, zu schnell – das Tempo stimmt nicht. Widerstand ist also ein Symptom. Und wie bei jedem Symptom lohnt es sich, nach der Ursache zu suchen, statt die „Verweigerer“ zu verurteilen oder mit noch mehr Druck zu reagieren. Das Missverständnis mit den Methoden In vielen Unternehmen beobachte ich, dass Widerstand häufig als Unverständnis für eine Methode interpretiert wird. Es wird dann versucht, die verwendete Methode – ob Agile, Lean oder Design Thinking – immer und immer wieder zu erklären. Doch in den wenigsten Fällen liegt das Problem darin, dass Mitarbeitende die Methode intellektuell nicht begreifen können. Das eigentliche Problem liegt tiefer: Menschen fühlen sich nicht abgeholt oder sehen sich vor Anforderungen gestellt, die sie emotional oder praktisch (noch) nicht bewältigen können. Der Fokus auf die Methode lenkt davon ab, dass Veränderung immer auch Sinn, Sicherheit und Vertrauen braucht. Wenn Bedürfnisse, Ängste oder Unsicherheiten unbeantwortet bleiben, nützt die beste Methode nichts – sie bleibt ein leeres Konstrukt. Methoden sind Werkzeuge – nicht die Lösung. Menschen tragen die Veränderung, nicht das Tool. Widerstand ernst zu nehmen bedeutet, die echten Ursachen zu erkennen und nicht nur die Oberfläche zu behandeln. Widerstand als Ressource In meiner Arbeit erlebe ich oft, dass gerade die Menschen, die anfangs am lautesten „Nein“ sagen, später zu den stärksten Mitgestaltern des Wandels werden. Warum? Weil ihr Widerstand ein Signal ist: Sie sind emotional involviert. Sie haben Fragen, Bedürfnisse und vielleicht sogar Lösungen, die bisher ungehört blieben. Herangehensweise: Zuhören statt Überreden. Was bewegt die Menschen wirklich? Was steckt hinter ihrem Widerstand? Beteiligung statt Vorgaben. Menschen akzeptieren Veränderung eher, wenn sie mitgestalten dürfen. Tempo anpassen. Nicht jeder geht gleich schnell. Veränderung ist ein Prozess, kein Sprint. Klarheit schaffen. Was ist das Ziel? Warum ist es wichtig? Kommunikation bringt Sicherheit. Praktische Reflexion: Fragen für den Umgang mit Widerstand Wo zeigen sich aktuell Widerstände in Ihrem Change-Prozess? Welche Botschaften könnten darin verborgen sein? (Unsicherheit, fehlender Sinn, Tempo?) Wie können Sie die Bedürfnisse der Menschen sichtbar machen, anstatt nur die Methode zu erklären? Fazit: Veränderung funktioniert nur dann nachhaltig, wenn Menschen sie verstehen , fühlen und mittragen . Widerstand ist kein Feind, sondern ein wichtiger Hinweis darauf, wo noch nachjustiert werden muss. Methoden allein bringen keinen Wandel – sie brauchen den Menschen, der bereit ist, sie mit Leben zu füllen. Wenn Sie in Veränderungsprozessen vor Widerständen stehen, fragen Sie sich: Was zeigt mir dieses „Nein“? Mit Klarheit, Empathie und einem offenen Blick können wir den Widerstand gemeinsam in eine Ressource für echten Wandel verwandeln. Denn wie so oft gilt: „Bei ‚geht nicht‘ beginnt die eigentliche Arbeit.“
von Daniela Haarwaldt-Glasl 19. November 2024
In der heutigen Unternehmenswelt gibt es kaum ein Thema, das so stark im Fokus steht wie Change Management. Organisationen müssen sich ständig anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, und dabei eine Balance zwischen Struktur und Flexibilität finden. Häufig greifen sie dabei auf etablierte Methoden wie Scrum, Kanban oder Lean Management zurück. Doch die Vorstellung, dass eine einzige Methode der Schlüssel zu erfolgreichem Wandel ist, kann problematisch sein.  Die Herausforderung einer einseitigen Methodenanwendung Wenn Unternehmen sich ausschließlich an eine Methode klammern und versuchen, diese strikt umzusetzen, laufen sie meiner Erfahrung nach schnell Gefahr, die Individualität und die spezifischen Bedürfnisse ihrer Organisation zu übersehen. Jede Methode hat ihre Vorzüge und kann unter bestimmten Bedingungen sehr wirkungsvoll sein. Doch eine Transformation ist ein komplexer Prozess, und kein Unternehmen gleicht dem anderen. Eine rigide Anwendung eines Konzepts kann schnell zur Zwangsjacke werden, besonders wenn agile Methoden, die eigentlich Flexibilität und Anpassungsfähigkeit verkörpern, starr implementiert werden. Darüber hinaus orientieren sich Unternehmen oft an den Strukturen oder Arbeitsweisen anderer, branchenfremder Firmen, in der Hoffnung, deren Erfolg zu replizieren. Beispielsweise versuchen traditionelle Organisationen, die Vorgehensweisen von innovativen Tech-Firmen zu adaptieren. Doch was in einem dynamischen Start-up funktioniert, kann in einer traditionellen Industrie mit einer fest verankerten Unternehmenskultur ganz anders wirken. Diese Nachahmung wird zwangsläufig zu “Ent-Täuschungen“ führen, wenn die Übertragbarkeit nicht realistisch eingeschätzt wird. Warum ein individueller und flexibler Ansatz notwendig ist Jede Organisation hat ihre eigene Kultur, Werte und interne Dynamik. Was bei einem Unternehmen erfolgreich ist, kann bei einem anderen nicht die gleichen Resultate erzielen. Um Change Management erfolgreich zu gestalten, muss die Einzigartigkeit des Unternehmens berücksichtigt werden. Darin steckt das Potential. Ein methodischer Mix, der an die Bedürfnisse angepasst wird, führt oft zu nachhaltigeren Ergebnissen. Der Mehrwert externer Unterstützung Externe Change Manager, Berater und Business Coaches können hier einen entscheidenden Mehrwert bieten. Insbesondere, wenn sie nicht an eine einzige Methode gebunden sind, sondern in der Lage sind, das Unternehmen ganzheitlich zu betrachten und flexible, kontextgerechte Lösungen zu entwickeln. Solche Experten können verschiedene Elemente kombinieren, diese individuell anpassen und so eine Praxis schaffen, die nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern sich auch im Arbeitsalltag bewährt. Fazit: Individualität und Flexibilität als Schlüssel zum Erfolg Der Erfolg von Change Management liegt nicht in der starren Umsetzung einer Methode, sondern in der Fähigkeit, die eigene Organisation zu verstehen und den Wandel so zu gestalten, dass er zu ihr passt. Die Frage, die sich Unternehmen aus meiner Sicht stellen sollten, ist: Wollen wir ein fixes Konzept übernehmen, oder gestalten wir den Wandel so, dass er wirklich zu uns passt? Für mich ist die Antwort eindeutig.
von Daniela Haarwaldt-Glasl 28. Oktober 2024
In unserer Gesellschaft werden Fehler oft als Schwächen betrachtet, die es unbedingt zu vermeiden gilt. Doch was wäre, wenn genau diese Fehler der Schlüssel zum Erfolg, Innovation und persönlichem Wachstum sind? Eine gesunde Fehlerkultur hilft uns nicht nur, aus Fehlern zu lernen, sondern fördert auch Kreativität, persönliche Weiterentwicklung, Teamzusammenhalt und damit auch den langfristigen Erfolg von Unternehmen. Warum Fehler wichtig sind Fehler gehören zum Entwicklungsprozess – sowohl für Einzelpersonen als auch für Unternehmen. Ohne Fehler gäbe es keinen Fortschritt, denn sie sind entscheidend für unser Lernen und Wachstum. Wenn wir alles richtig machen würden, bliebe das Erlernte auf der Stelle stehen und wir wären kaum in der Lage, uns selbst zu reflektieren oder neue Kompetenzen zu entwickeln. Fehler zeigen uns, wo wir ansetzen und verbessern können, und geben uns wertvolle Einblicke in unsere Arbeitsweisen und Entscheidungen. Sie sind wie ein Kompass, der uns Hinweise gibt, wo wir Kurskorrekturen vornehmen können, um uns stetig weiterzuentwickeln. Der Perfektionismus-Falle entkommen Der Wunsch, perfekt zu sein und keine Fehler zu machen, kann lähmend wirken. Perfektionismus bremst uns aus, führt zu einem hohen Stresslevel und kann sogar dazu führen, dass wir Chancen verpassen – einfach aus der Angst heraus, etwas falsch zu machen. Eine Kultur, die auf Perfektion setzt, erstickt Kreativität und das Erforschen neuer Wege. Es entsteht ein Umfeld, in dem Menschen ständig unter Druck stehen, statt mutig und neugierig zu sein. Innovation durch „Fehler“ Ein bekanntes Beispiel für Innovation durch Fehler ist die Erfindung der Post-it-Notes von 3M. Der Chemiker Spencer Silver suchte ursprünglich nach einem superstarken Klebstoff, entwickelte jedoch stattdessen einen, der kaum haftete. Jahre später griff sein Kollege Art Fry diese Entdeckung auf, da er eine Lösung suchte, um Notizen in seinem Gesangsbuch zu befestigen, die sich leicht abnehmen lassen sollten. Aus diesem vermeintlichen „Fehler“ entstand ein Produkt, das sich millionenfach verkauft und weltweit als unverzichtbares Arbeits- und Kreativwerkzeug etabliert hat. Auch heute ermutigen viele erfolgreiche Unternehmen wie z.B. Google und Netflix ihre Teams aktiv dazu, zu experimentieren und mutig zu sein. Sie wissen, dass die besten Ideen oft aus der Erkenntnis stammen, was nicht funktioniert hat. In einem Unternehmen mit einer Team-/Führungskultur, die Fehler toleriert, erleben Menschen deutlich weniger Stress und sind offener, Feedback zu geben und zu erhalten. Führungskräfte, die ihre eigenen Fehler zugeben und daraus lernen, dienen als Vorbilder und schaffen eine Atmosphäre, in der jeder sich traut, Risiken einzugehen und über sich hinauszuwachsen. Fehlerkultur im Veränderungsmanagement Gerade im Veränderungsmanagement ist eine gesunde Fehlerkultur unverzichtbar. Veränderungen gehören zur Tagesordnung in allen Lebensbereichen, und Fehler können hier als wertvolle Hinweisgeber dienen, die aufzeigen, wo Anpassungsbedarf besteht. Sie weisen uns auf Prozesse hin, die verbessert werden können, oder auf Bereiche, in denen zusätzliche Unterstützung oder umdenken notwendig ist. Dabei ist jedoch eine Balance wichtig: Nicht jeder Fehler sollte direkt ein Change-Projekt auslösen, doch als Orientierungshilfe helfen Fehler, Ressourcen gezielt und wirksam einzusetzen. Eine positive Fehlerkultur ermöglicht es Einzelnen oder auch Teams, Veränderungen als dynamischen Prozess zu sehen und flexibel auf Herausforderungen zu reagieren. Lernen, Resilienz und Kreativität durch Fehler Scheitern bringt uns nicht nur neue Ideen – es macht uns auch widerstandsfähiger. Wenn wir die Erfahrung machen, dass Fehler nicht das Ende bedeuten, sondern ein Neuanfang oder eine Lektion, stärken wir unsere Resilienz. Diese Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen und daraus zu lernen, macht uns in stressigen und herausfordernden Zeiten robuster und bewahrt uns davor, beim ersten Stolperstein aufzugeben. Eine gesunde Fehlerkultur führt dazu, dass Menschen/Teams sich sicher fühlen, kreative Lösungsansätze zu erkunden und innovative Wege zu gehen, weil sie wissen, dass Rückschläge ein natürlicher Teil des Fortschritts sind. Wie eine gesunde Fehlerkultur zu mehr Erfolg führt Unternehmen, die Fehler nicht nur akzeptieren, sondern aktiv als Lernquellen nutzen, sind widerstandsfähiger und erfolgreicher. Die Vorteile einer offenen Fehlerkultur sind vielfältig: Mehr Innovation: Wenn Menschen sich sicher fühlen, Fehler zu machen, sind sie eher bereit, neue Ideen einzubringen und unkonventionelle Lösungsansätze auszuprobieren. Höhere Mitarbeiterzufriedenheit: In einem Umfeld, das Fehler akzeptiert, können Menschen authentisch und mutig sein – ohne Angst vor Bestrafung. Dies schafft ein angenehmes Arbeitsklima und fördert die Loyalität. Stärkere Problemlösungskompetenz: Eine Fehlerkultur ermutigt Teams, Probleme proaktiv anzugehen und dabei auch neue Perspektiven zu entwickeln.  Wie lässt sich eine gesunde Fehlerkultur aufbauen? Fehler als Lernchancen etablieren: Beginne damit, Fehler als normale und wertvolle Lernprozesse zu betrachten. Nutze z.B. Nachbesprechungen, um konstruktiv zu analysieren, was schiefgelaufen ist, ohne zu verurteilen. Offenheit fördern: Schaffe Räume, in denen Menschen offen über ihre Fehler sprechen können, und ermutige Führungskräfte, mit gutem Beispiel voranzugehen. Fehler sichtbar machen: Statt Fehler unter den Teppich zu kehren, könnten Unternehmen diese bewusst sichtbar machen. Nicht, um jemanden bloßzustellen, sondern um zu zeigen, dass Fehler passieren – und dass sie Teil des Prozesses sind. Fazit: Ob im beruflichen Umfeld oder im privaten Leben – eine gesunde Fehlerkultur ist der Grundstein für dynamisches Wachstum, Resilienz und Innovation. Wer den Mut hat, Fehler zuzulassen und aus ihnen zu lernen, schafft Raum für Kreativität und persönliche Weiterentwicklung. Statt uns von Fehlern entmutigen zu lassen, können wir sie als wertvolle Lernquelle nutzen, die uns auf unserem Weg nach vorne leitet. Denn oft entstehen die besten Ideen und Lösungen dort, wo wir den Mut finden, Rückschläge anzunehmen und daraus zu wachsen. Neu ist dieses Wissen rund um das Thema Fehler in keiner Weise. Doch die entscheidende Frage für Unternehmen und jeden Einzelnen lautet: Weißt Du nur, oder setzt Du es um?
von Daniela Haarwaldt-Glasl 23. September 2024
In einer Arbeitswelt, die von stetigem Wandel und immer komplexer werdenden Anforderungen geprägt ist, suchen Organisationen nach neuen Wegen, um das volle Potenzial ihrer Teams zu entfalten. Die bedürfnisorientierte bzw. gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg bietet hierfür einen kraftvollen Ansatz. Doch was macht diese Form der Kommunikation so wirkungsvoll, und warum ist sie im Unternehmenskontext so wichtig? Was ist bedürfnisorientierte Kommunikation? Die bedürfnisorientierte Kommunikation (GFK) basiert auf Empathie, Respekt und einem tiefen Verständnis der Bedürfnisse aller Beteiligten. Sie zielt darauf ab, Konflikte zu lösen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich Menschen wirklich verstanden und wertgeschätzt fühlen – und das nicht nur in persönlichen Beziehungen, sondern auch im Berufsleben. Im Kern geht es darum, die Bedürfnisse aller Beteiligten zu erkennen und darauf einzugehen, um eine harmonische und produktive Kommunikation zu ermöglichen. Das Ziel der bedürfnisorientierte Kommunikation ist nicht, allen Erwartungen gerecht zu werden, sondern ein tiefes Verständnis und eine kooperative Haltung zu fördern. Durch den offenen Dialog über Bedürfnisse und Grenzen können gemeinsam Lösungen gefunden werden, die für alle Beteiligten akzeptabel sind. Dies führt zu einer stärkeren Zusammenarbeit und einem respektvolleren Umgang miteinander, auch wenn nicht jede Bitte erfüllt werden kann. Vorteile der bedürfnisorientierten Kommunikation für Unternehmen 1. Verbesserte Zusammenarbeit und Teamdynamik: Kooperationsbereitschaft: Förderung einer Atmosphäre, in der Teammitglieder ihre Bedürfnisse und Anliegen offen äußern können. Dies erleichtert die Zusammenarbeit und reduziert interne Konflikte. Stärkere Teamkohäsion: Wenn Teammitglieder lernen, empathisch und respektvoll zu kommunizieren, entsteht ein stärkeres Gefühl der Zugehörigkeit und Zusammenarbeit. 2. Erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung: Wertschätzung: Durch die Anerkennung und das Eingehen auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter fühlen sich diese wertgeschätzt und respektiert, was zu höherer Zufriedenheit und Loyalität führt. Reduzierte Fluktuation: Mitarbeiter, die sich in ihrem Arbeitsumfeld wohl und respektiert fühlen, sind weniger geneigt, das Unternehmen zu verlassen. 3. Bessere Entscheidungsfindung: Inklusive Entscheidungsprozesse: Die bedürfnisorientierte Kommunikation ermutigt dazu, verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen und die Bedürfnisse aller Beteiligten in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Dies führt zu fundierteren und akzeptierteren Entscheidungen. Kreative Lösungen: Ein offenes und respektvolles Kommunikationsumfeld fördert kreatives Denken und innovative Lösungsansätze. 4. Reduzierte Konflikte und Missverständnisse: Frühzeitige Konfliktlösung: Durch die offene und empathische Kommunikation können Konflikte frühzeitig erkannt und gelöst werden, bevor sie eskalieren. Klare Kommunikation: Bedürfnisorientierte Kommunikation hilft, Missverständnisse durch klare und präzise Ausdrucksweise zu vermeiden. 5. Stärkung der Unternehmenskultur: Wertorientierte Kultur: GFK trägt zur Entwicklung einer Unternehmenskultur bei, die auf Werten wie Respekt, Empathie und Zusammenarbeit basiert. Positive Arbeitsatmosphäre: Eine wertschätzende Kommunikation fördert eine positive und unterstützende Arbeitsumgebung 6. Erhöhung der Resilienz des Unternehmens: Anpassungsfähigkeit: Eine GFK-gesteuerte Kommunikation unterstützt die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens, da sie hilft, Herausforderungen konstruktiv zu begegnen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Stärkung des Zusammenhalts: In schwierigen Zeiten stärkt GFK den Zusammenhalt und das gegenseitige Verständnis innerhalb des Unternehmens. Selbstführung und innere Haltung: Der Schlüssel zur erfolgreichen Kommunikation Die bedürfnisorientierte Kommunikation (GFK) ist keine Methode, die man einfach "auswendig" lernen kann. Sie erfordert eine innere Haltung, die auf Empathie, Respekt und Selbstreflexion basiert. Entscheidend ist die Fähigkeit zur Selbstführung: Wer seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse versteht und in der Lage ist, diese klar zu kommunizieren, trägt maßgeblich zu einer positiven Unternehmenskultur bei. Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen sollten daran arbeiten, diese innere Haltung zu kultivieren. Denn nur wer authentisch kommuniziert und die Prinzipien der bedürfnisorientierte Kommunikation verinnerlicht, kann nachhaltig zu einer Verbesserung der Kommunikation im Unternehmen beitragen. Die Rolle der Führungskräfte in der gewaltfreien Kommunikation Für Führungskräfte ist die bedürfnisorientierte Kommunikation nicht nur eine Methode, sondern ein zentraler Bestandteil effektiver Führung. Sie bietet Führungskräften Werkzeuge, um ein respektvolles und kooperatives Arbeitsumfeld zu schaffen und gleichzeitig ihre eigene Kommunikation zu verbessern. Hier sind einige Schlüsselaspekte, die für Führungskräfte besonders relevant sind: 1. Vorbildfunktion und Authentizität Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion. Indem sie GFK vorleben, zeigen sie ihren Mitarbeitern, wie respektvolle und bedürfnisorientierte Kommunikation funktioniert. Authentizität in der Kommunikation fördert Vertrauen und stärkt die Beziehung zum Team. 2. Förderung von Offenheit und Vertrauen Durch die Anwendung der GFK schaffen Führungskräfte ein Klima, in dem Mitarbeiter offen über ihre Bedürfnisse und Bedenken sprechen können. Dies fördert ein Arbeitsumfeld, das von Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägt ist. 3. Konfliktlösung und Motivation Führungskräfte, die GFK anwenden, können Konflikte effektiver lösen und die Motivation ihrer Mitarbeiter steigern. Die Fähigkeit, die Bedürfnisse und Gefühle aller Beteiligten zu berücksichtigen, hilft dabei, Lösungen zu finden, die für alle akzeptabel sind. Bedürfnisorientierte Kommunikation in herausfordernden Phasen: Ein Stabilitätsanker in Zeiten des Wandels In Zeiten des Wandels oder bei herausfordernden Veränderungen, wie sie im Unternehmenskontext oft vorkommen, ist eine klare, bedürfnisorientierte Kommunikation besonders wichtig. Veränderungen bringen Unsicherheiten mit sich, und Missverständnisse oder unklare Anweisungen können zu Spannungen und Widerständen führen. Gerade hier entfaltet die GFK ihre volle Wirkung. Durch das Ansprechen von Ängsten und Bedürfnissen in schwierigen Phasen können Spannungen abgebaut und der Zusammenhalt im Team gestärkt werden. Eine offene, wertschätzende Kommunikation ermöglicht es allen Beteiligten, ihre Bedenken zu äußern und konstruktive Lösungen zu finden. Teams, die diese Prinzipien anwenden, meistern Veränderungsprozesse besser und gehen gestärkt daraus hervor. Tipps zur Umsetzung Selbstreflexion in den Arbeitsalltag integrieren: Ermutigen Sie sich und alle, ihre eigenen Bedürfnisse regelmäßig zu reflektieren und klar zu kommunizieren. Aktives Zuhören fördern: Trainieren Sie Führungskräfte und Mitarbeiter im aktiven Zuhören – einem zentraler Bestandteil der bedürfnisorientierte Kommunikation. Regelmäßige Feedback-Runden: Schaffen Sie, unabhängig von fachspezifischen Meetings, regelmäßige Gelegenheiten für offene, wertschätzende Gespräche, in denen Bedürfnisse und Sorgen angesprochen werden können. Fazit Eine Investition in Menschen und Kultur Bedürfnisorientierte Kommunikation ist mehr als eine Technik – sie ist eine Haltung, die Unternehmen dabei unterstützt, ihre Kultur positiv zu prägen. Die Vorteile für Motivation, Kreativität, Effektivität und Loyalität sind beachtlich, doch ihr wahres Potenzial entfaltet die sich in der Art und Weise, wie Menschen miteinander umgehen – besonders in Zeiten des Wandels. Es ist Zeit, Kommunikation als Schlüsselfaktor für den Erfolg von Veränderungsprozessen und die langfristige Entwicklung von Unternehmen anzuerkennen. Unterstützen Sie sich und Ihre Organisation bei diese Prozesse durch professionelle Trainings und/oder Business Coaching.
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